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Sonntag, 24.12.2017, 09:15

Guten Morgen!

Da ich gerade kurz davor bin, unseren Christbaum zu schmücken, dachte ich, diese Geschichte passt eigentlich ganz gut dazu :-)

Gedanken einer Weihnachtskugel

Seit Anfang des Jahres liege ich nun in einem dunklen Karton im Keller. Ich friere erbärmlich und habe Angst im Dunkeln. Nur mit Mühe kann ich mich an das Glitzern und Funkeln erinnern, das mich eigentlich ausmacht. Im Moment bin ich nämlich nur staubig und unansehnlich. Wie die graue Maus fühle ich mich, die mich hier unten manchmal besucht.

Wer weiß, vielleicht holt mich meine Familie gar nicht mehr hervor und vergisst mich über dem ganzen Stress und der Hektik der Vorweihnachtszeit. Vielleicht ist meine Farbe heuer gar nicht mehr angesagt? Dabei hat Weihnachten gar nichts mit einer bestimmten Farbe oder einem Modetrend zu tun. Es geht immer noch um die Besinnung, um den Frieden und um das Christkind, das gerade heute so dringend gebraucht wird.

Und wie freue ich mich jedes Jahr an Heiligabend, wenn ich strahlend am Christbaum hänge und sich mein Funkeln in den Augen der Kinder widerspiegelt.

Mein Alter sieht man mir dabei nicht an und ich bin stolz und glücklich über meine Aufgabe. Dass ich davor fast ein ganzes Jahr im Dunkeln ausharren musste, vergesse ich immer genau in dem Moment, wenn eine liebevolle Hand mich behutsam an einen herrlich duftenden Zweig hängt. Ungeduldig ware ich auch diesmal wieder darauf.

Doch halt...ganz leise...ich höre gerade Schritte in meine Richtung, der Deckel meines Kartons geht auf und ich werde zum Glück ein weiteres Mal den Zauber der Weihnacht erleben dürfen.

Ich wünsche euch ein schönes Fest und erholsame Feiertage!

Liebe Grüße,
fulmi


Samstag, 23.12.2017, 11:10

Während der Weihnachtszeit werden in Kirchen, Häusern und Wohnungen kunstvolle Krippen aufgestellt, die sich sowohl im Material als auch in der Anzahl der Figuren voneinander unterscheiden. Doch woher stammt dieser Brauch eigentlich?



Vermutlich ist das traditionelle Aufbauen von Weihnachtskrippen dem Heiligen Franz von Assisi zu verdanken. Überlieferungen zufolge stellte er am Weihnachtstag des Jahres 1223 im Wald von Greccio (Italien) die Krippenszene mit echten Tieren und Menschen dar, „um den des Lesens nicht mächtigen die Weihnachtsgeschichte besser verständlich zu machen“.



Die Förderer der Krippenkunst waren die Jesuiten. 1560 erschien in Coimbra (Portugal) die erste Krippe des Ordens. Zwei Jahre später stellten sie zum ersten Mal nördlich der Alpen ihre Weihnachtskrippe aus und legten den Grundstein für plastische Kirchenkrippen in Deutschland. Krippen waren zu dieser Zeit ausschließlich Angelegenheit der Kirche.
Erst nach und nach sah man Krippen auch in den Fürstenhäusern und später auch in Bauern- und Bürgerhäusern.



Ihre Blütezeit erlebte die Weihnachtskrippe im 18. Jahrhundert. Im Zeitalter der Aufklärung wurden öffentliche Krippenausstellungen verboten. Das Volk ließ sich „seine“ Krippen aber nicht mehr nehmen und so wurden sie noch stärker in der Volkskunst verankert.



Während sich die Darstellung der Krippen zu Beginn auf das in der Krippe liegende Jesuskind, Maria und Josef, Ochs und Esel beschränkte, kamen im Lauf des 19. Jahrhunderts immer mehr Figuren hinzu. Da erschienen die Heiligen Drei Könige, sowie viele Hirten mit ihren Schafen.



Heute sind Krippen aus der weihnachtlichen Dekoration nicht mehr wegzudenken. Es gibt traditionelle und moderne Krippen – jeder Krippe wohne ein ganz eigener Zauber inne.



Habt ihr eure Krippe schon aufgestellt?



Ich wünsche euch einen wunderschönen Samstag!

Liebe Grüße
fulmi

P.S. Alle Fotos zeigen meine Krippe, die ich vor ein paar Jahren selber gemacht habe :-)


Freitag, 22.12.2017, 14:01

Heute nun ein Fenster von mir.
Eigentlich wollte ich wieder über mein Jul-Fest berichten. Allerdings ist es ausgefallen. Mein Auto hat gestreikt, Hinterreifen blockiert, Abschleppfahrzeug Werkstatt. Wieder waren die Engel unterwegs und alles ist gut ausgegangen. Nur blieb mir für das Jul-Fest keine Zeit. Daher frische ich 2 alte Fenster auf...


Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern, Hans Christian Andersen

Es war ganz grausam kalt; es schneite und es begann dunkler Abend zu werden; es war auch der letzte Abend im Jahre, Silvesterabend. In dieser Kälte und in diesem Dunkel ging auf der Straße ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten Füßen. Ja, sie hatte ja freilich Pantoffeln angehabt, als sie von zu Hause wegging, aber was konnte das helfen! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre Mutter hatte sie zuletzt benützt, so groß waren sie, und die verlor die Kleine, als sie über die Straße eilte, weil zwei Wagen so schrecklich schnell vorbeifuhren. Der eine Pantoffel war nicht zu finden, und mit dem andern lief ein Junge davon; er sagte, daß er ihn als Wiege benützen könne, wenn er selbst Kinder bekomme.

Da ging nun das kleine Mädchen auf den kleinen, nackten Füßen, die rot und blau vor Kälte waren; in einer alten Schürze trug sie eine Menge Schwefelhölzer, und mit einem Bund in der Hand ging sie dahin. Keiner hatte ihr während des ganzen Tages etwas abgekauft, keiner ihr einen kleinen Schilling gegeben; hungrig und verfroren ging sie dahin und sah so verschüchtert aus, das arme kleine Wurm! Die Schneeflocken fielen in ihre langen, blonden Haare, die sich so schön um den Nacken lockten; - aber an die Pracht dachte sie freilich nicht. Aus allen Fenstern leuchteten Lichte, und dann roch es da in der Straße so herrlich nach Gänsebraten; es war ja Neujahrsabend, - ja, daran dachte sie.

Hinten in einer Ecke zwischen zwei Häusern, das eine sprang ein wenig mehr in die Straße vor als das andere, da setzte sie sich hin und kauerte sich zusammen. Die kleinen Beine hatte sie hinaufgezogen unter sich, aber sie fror noch mehr und heimgehen durfte sie nicht, sie hatte ja keine Schwefelhölzer verkauft, keinen einzigen Schilling bekommen, ihr Vater würde sie schlagen. Und kalt war es auch daheim, sie hatten nur grade das Dach über sich, und da pfiff der Wind herein, obschon Stroh und Lumpen in die größten Spalten gestopft waren. Ihre kleinen Hände waren beinahe ganz tot vor Kälte. Ach, ein kleines Schwefelholz konnte gut tun! Hätte sie nur gewagt, eines aus dem Bund zu ziehen, es an der Wand anzustreichen und die Finger daran zu wärmen! Sie zog eines heraus. "Ritsch!" wie das sprühte, wie es brannte! Es war eine warme klare Flamme wie eine kleine Kerze, als sie die Hand darum hielt; es war ein wunderbares Licht! Dem kleinen Mädchen schien es, als säße sie vor einem großen Eisenofen mit blanken Messingkugeln und Messingtrommel; das Feuer brannte so herrlich, wärmte so gut; nein, was war das! - Die Kleine streckte schon die Füße aus, um auch diese zu wärmen, - da erlosch die Flamme. Der Ofen verschwand, sie saß mit einem kleinen Stumpf eines abgebrannten Schwefelholzes in der Hand.

Ein neues wurde angesteckt, es brannte, es leuchtete, und wie der Schein auf die Mauer fiel, wurde sie durchsichtig wie ein Schleier; sie sah ganz bis in die Stube hinein, wo der Tisch mit einem schimmernden weißen Tuch gedeckt stand mit seinem Porzellan, und herrlich dampfte die gebratene Gans, die mit Pflaumen und Äpfeln gefüllt war; und was noch prächtiger war, die Gans sprang von der Schüssel, wackelte über den Boden mit Gabel und Messer im Rücken, ganz hin zu dem armen Mädchen kam sie; da erlosch das Schwefelholz, und es war nur die dicke, kalte Mauer zu sehen.

Sie zündete ein neues an. Da saß sie unter dem herrlichsten Weihnachtsbaum, der war noch größer und noch mehr geputzt als der, den sie am letzten Weihnachtsabend durch die Glastüre bei dem reichen Kaufmann gesehen hatte. Tausend Lichte brannten an den grünen Zweigen, und bunte Bilder wie die, die die Ladenfenster schmückten, sahen auf sie herab. Die Kleine streckte beide Hände hoch, - da erlosch das Schwefelholz. Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und höher, sie sah, es waren nur die klaren Sterne, einer von ihnen fiel und bildete einen langen Feuerstreifen am Himmel.

"Nun stirbt da jemand!" sagte die Kleine, denn die alte Großmutter, die die Einzige war, die gut zu ihr gewesen, aber jetzt tot war, hatte gesagt: Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele empor zu Gott!

Sie strich wieder ein Schwefelholz an die Mauer, es leuchtete im Umkreis, und in dem Glanz stand die alte Großmutter, so hell, so leuchtend, so mild und gesegnet.

"Großmutter!" rief die Kleine, "oh, nimm mich mit! Ich weiß, du bist fort, wenn das Schwefelholz ausgeht, fort, wie der warme Ofen, der herrliche Gänsebraten und der große, prachtvolle Weihnachtsbaum!" - Und sie strich in Eile den ganzen Rest Schwefelhölzer an, die im Bund waren, sie wollte die Großmutter recht festhalten; und die Schwefelhölzer leuchteten mit einem solchen Glanz, daß es heller war als am lichten Tag. Großmutter war früher niemals so schön gewesen, so groß; sie hob das kleine Mädchen auf ihren Arm, und sie flogen in Glanz und Freude so hoch, so hoch! Und da war keine Kälte, kein Hunger, keine Angst - sie waren bei Gott!

Aber in der Ecke beim Hause saß in der kalten Morgenstunde das kleine Mädchen mit roten Wangen, mit einem Lächeln um den Mund - tot, erfroren am letzten Abend des alten Jahres. Der Neujahrsmorgen ging auf über der kleinen Leiche, die mit Schwefelhölzern dasaß, von denen ein Bund fast abgebrannt war. Sie hat sich wärmen wollen, sagte man; niemand wußte, was sie Schönes gesehen, in welchem Glanz sie mit der alten Großmutter zur Neujahrsfreude eingegangen war!
Ich glaube heute sogar, die Großmutter war Frau Holle oder auch Frau Percht


Das kleine Wunder des Herzens
von Irma Bamert

Eins, zwei, drei...verflixt, Bertha! Wo steckst du? Ludwig, konnte es nicht fassen, immer die gleiche Henne, jeden Abend. Er stapfte mit seinen viel zu großen Stiefeln, einem geschenktem Gaul sieht man nicht ins Maul, in Richtung des Stalles.
Seine vier Hühner waren Ludwig sehr wichtig. Dem grimmigen Bauern waren seine Tiere überhaupt sehr wichtig. Denn diese hintergingen ihn nicht, tischtem ihm keine Lügen auf und lachten nicht über ihn. Und auch wenn das Huhn Bertha eine sehr eigenwillige Dame war, war es Ludwigs Liebling und es machte ihm nichts aus, das sich dieses Federvieh, fast täglich den Spass machte sich zu verstecken. Mit grosser fürsorge trug er dann das gesuchte Tier vom Stall in das Häuschen der gefederten Damen, strich Bertha über den Kamm, kraulte in ihren Federn und wünschte allen eine gute Nacht. Mit leisem Gegacker und den täglich frischen Eiern sagten sie ihrem Meister Danke.
So war Bauer Ludwig auch selten zu sehen im Dorf. Nur für die notwendigsten Einkäufe sah man ihn mit seinem alten Traktor in das Tal fahren. Besser gesagt, man hörte ihn, denn das alte Gefährt war schon recht verbraucht und knatterte recht laut vor sich hin. Eine stinkende Rauchwolke markierte den Weg hinter ihnen.
Wie immer gab Ludwig sich sehr wortkarg, als er den Dorfladen betrat. Seine Stiefel schlürften über den frisch gesäuberten Boden und hinterließen einen Pfad duftenden Stallmistes. Was Ludwig natürlich wieder mit grosser Beliebtheit schmückte...Beladen mit Hühnerfutter und dem sonst notwendigen Sachen machte er sich auf den Heimweg. Es entging ihm jedoch nicht, wie die Leute hinter ihm tratschten und ihn einen komischen Kauz nannten.
Naja, so unrecht hatten sie nicht. Aber schließlich waren es Menschen, die ihn zu diesem seltsamen Vogel gemacht hatten. Liebe, war ein Wort und nur ein Wort. Erfahren durfte er die Bedeutung von Liebe nie.
Aufgewachsen bei seinem Onkel, ohne Liebe, ohne Geborgenheit, in einem Zuhause, wo es nur Worte der Wut und des Zornes gab. Der Onkel war vor einiger Zeit verstorben und hatte ihm den Hof vermacht. Alte Gebäude, alte Maschinen, ja selbst die Stiefel waren ihm zu groß. Nur das Hühnerhaus war in einem tadellosen Zustand. Sein Alltag bestand aus Arbeit, schon in jungen Jahren. Sein Onkel verlangte viel von ihm, ohne Verständnis für die Bedürfnisse eines Jungen. Einzig die Hühner blieben ihm. Das war sein alleiniges Reich, seine Freunde und die Hühner waren seine einzigen Freunde.
Da der Junge mit dem Sprechen Mühe hatte und er nicht gerade als groß und stark zu bezeichnen war, hatte er auch in der Schule kein Glück Freunde zu finden. So war er nun einsam auf seinem Hof mit seinen Tieren. Jedoch hinter seiner grimmigen Art war auch tief in ihm eine Hoffnung. Eine Hoffnung bewirkt durch den Glauben an Gott. Je älter er wurde umso mehr konnte er in seinem Herzen kleine Funken entdecken, die ein ungewohntes Gefühl der Freude in ihm aufleben liesse. Besonders wenn er bei seinen Tieren war, durfte er dies immer etwas mehr spüren.
Auch wurde ihm bewusst, dass er auch in den Menschenseine Grimmigkeit widerspiegelte, solange er gar nichts anderes wollte, als die schlechte Seite in den Menschen zu sehen. Und so fing er an zu beten. Mit der Zeit spürte er sein Herz. Ich habe ein Herz dachte er. Und die Tiere schienen das zu spüren.
Sein Hof erstrahlte trotz der alten Gebäude in einem neuen Glanz. Bei seinem nächsten Besuch im Dorf waren seine Stiefel geputzt. Und er brachte ein halbwegs freundliches "Grüss Gott" über die Lippen. Die Leute dachten sich verhört zu haben und wußten gar nicht recht wie sie reagieren sollten. Jedoch bei jedem Besuch wurde deutlicher, dass auch die Leute ihn freundlich grüssten. Und er bemerkte, dass er sein altes Leben hinter sich lassen konnte. In kleinen aber wirksamen Schritten. Auch wenn ihm so viel Leid und Schmerz in seinem Leben zugefügt worden war. Er musste es hinter sich lassen und nicht jeden einzelnen Menschen dafür verantwortlich machen.
Zwei Schritte voraus und einen zurück, aber mit Liebe, Glauben und Vertrauen spürte er, dass nicht nur seine geliebte Bertha und de anderen Hühner, sondern auch die Menschen ihre guten Seiten haben. Und selbst die Leute im Dorf freuten sich nach einiger Zeit, wenn der stinkende, klappernde Traktor zu hören war und jeder im Dorf wußte, dass Ludwigs Hühner Futter brauchen. Die Menschen hatten begonnen Ludwig, diesen komischen Kauz zu lieben.


Ich mag Ludwig!

Frohe und besinnliche Weihnachten
Lizzy